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Der VNU bewertet das Projekt "Badeweiher Lochenweiher" in Bonstetten als positiv für die Natur

lochenweiher

14. Juli 2025

Der Gemeinderat Bonstetten hat ein Vorprojekt für eine Badegelegenheit am Lochenweiher inkl. ökologischer Aufwertung und Vernetzung ausarbeiten lassen. Über das Projekt kann die Bevölkerung im September 2025 abstimmen. Der VNU nimmt Stellung zu Naturschutz-Aspekten.

Das Projekt sieht die Umgestaltung des Lochenweihers zu einem Badeweiher vor, wobei mehr als die Hälfte des Weihers der Natur vorbehalten sein wird. Beim Lochenweiher handelt es sich um ein künstlich angelegtes Gewässer, das derzeit in einem ökologisch nicht besonders guten Zustand ist, jedoch für die Natur ein hohes Potenzial hat. Es handelt sich um ein Objekt des kommunalen Naturschutzinventars. Die Frage stellt sich daher, ob das Projekt Gefahren für die Biodiversität am und im Weiher mit sich bringt oder ob es im Gegenteil einen Mehrwert für die Natur bietet. Der VNU hat das Projekt analysiert und nimmt hier Stellung.

Rückblende: Im Oktober 2024 veranstaltete der Gemeinderat zum Projekt eine Umfrage in der Bevölkerung. Weil in dieser Umfrage nicht alle Aspekte des Projektes – insb. in Sachen Naturschutz – angesprochen wurden, erstellte der VNU damals eine erste Stellungnahme, in der er mehrere ungeklärte Fragen auflistete. Dies, damit sich die Bevölkerung ein besseres Bild zum Projekt machen konnte.

Jetzt, im Juli 2025, konnte der VNU das ausgearbeitete Vorprojekt, die Kostenschätzung und den beleuchtenden Bericht des Gemeinderates vollständig einsehen und prüfen. Die meisten Fragen, die sich dem VNU 2024 gestellt hatten, sind nun im Vorprojekt beantwortet.

Vorbemerkung: Die Stellungnahme des VNU basiert auf wissenschaftlicher und sachlicher Grundlage und bezieht sich aufgrund des Vereinszwecks des VNU nur auf die Naturschutz-Aspekte. Eine Beurteilung all der anderen Aspekte wie z. B. Erstellungs- und Folgekosten, Anfahrt, Parkplätze etc. wird hier nicht vorgenommen.

Der Lochenweiher befindet sich derzeit in einem nicht besonders wertvollen ökologischen Zustand. Der Fischbesatz und die mangelnde Besonnung wie auch die isolierte Lage verhindern ein hohes Amphibienvorkommen. Die Ufer sind sehr steil, was sowohl für Tiere wie auch für Wasserpflanzen Nachteile hat. Das Wasser ist stark nährstoffbelastet. Wasservögel brüten nicht am Teich. Hingegen brüten einige Vögel wie der Star im Ufergehölz.

Der VNU anerkennt, dass dem Naturschutz bei diesem Projekt viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, und dass eine klare Aufwertung des Gewässers zugunsten der Natur mit eingeplant ist. Dem Bericht des Gemeinderates zuhanden der Urnenabstimmung zufolge, entfällt von den Gesamtkosten sogar ca. die Hälfte auf ökologische Aufwertungsmassnahmen.

Für die Natur als vorteilhaft erweisen sich v. a.:

  • Sanierung der Wasserqualität
  • Umleiten der beiden Wassereinläufe mit stark belastetem Wasser (bereits geschehen)
  • Bessere Besonnung der Wasserfläche durch Rodung eines Teils der Gehölze
  • Modellierung von Flachufern mit Bepflanzung
  • Anlegen von Kleinstrukturen
  • Vernetzungsprojekt mit neuem Kleinweiher zwischen Lochen- und Eichmoosweiher mit Budget von Fr. 80'000.-
  • natürlichere Umgebungsgestaltung mit Magerwiese und extensiver Weide
  • Abfischung (die Fische verhindern eine Etablierung von Amphibienbeständen, z. B. von Erdkröte, Grasfrosch, Molcharten, Geburtshelferkröte)
  • Umweltbildungs-Aspekt für die Bevölkerung.

Besonders die im Projekt miteinbezogene Vernetzung inkl. zusätzlichem Weiher ist im Vergleich zu heute ein grosser Mehrwert.
  

Für die Natur als negativ erweisen sich:

  • Eintrag von Nährstoffen, Bakterien und Chemikalien (Sonnencrème) durch Badende
  • Störungen für anwesende Tiere
  • mögliche Schäden an der Vegetation
  • Littering.

Der VNU ist der Ansicht, dass es möglich ist, die negativen Einwirkungen mit geeigneten Massnahmen im Rahmen des Projektes und Budgets zu minimieren. Besonders wichtig ist, dass das Ufergehölz von den Besuchenden nicht betreten wird. Dies kann mit der richtigen Wahl von gesetzten Sträuchern sowie mit Hindernissen oder Absperrungen erreicht werden. Mit Tafeln und Weisungen soll ebenfalls möglichst verhindert werden, dass der naturbelassene Westteil des Weihers von den Menschen benutzt/betreten wird.

Der VNU konstatiert aus den erwähnten Gründen, dass mit dem Projekt wertvolle ökologische Aufwertungen verbunden sind und aus rein naturschützerischer Sicht gegenüber dem jetzigen Zustand ein klarer Mehrwert entsteht.

Fazit: Der VNU wertet das Projekt für die Natur als klar positiv. Er dankt der Gemeinde, dass wichtige Naturschutz-Aspekte im Projekt aufgenommen worden sind. Aus naturschützerischer Sicht spricht nichts gegen das Projekt.

Verein Naturnetz Unteramt VNU

Der Vorstand