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Vereinsreise 4./5. Mai 2019 Tessin

Samstagmorgen 05.59 Uhr gings ab Bonstetten/Wettswil los mit der Bahn nach Locarno, wo wir um 08.27 eintrafen. Nachdem das Gepäck in der Jugendherberge deponiert worden war, fuhren wir per Postauto durchs wilde Verzasca-Tal bis nach Sonogno. Sonne, weisse Bergspitzen und angenehme Temperaturen empfingen uns. Manuel Frei, ein sehr versierter Reptilienkenner und Vereinsmitglied, klärte uns erst über die hier vorkommenden Reptilien auf: 6 von 9 in der Schweiz vorkommenden Schlangenarten kann man im Tessin antreffen, 2 von 5 Eidechsen und 2 Blindschleichen-Arten. Damit gilt der Tessin als artenreich an Reptilien.

Mit viel Wissenswertem über diese Tiere aufdotiert, ging es schon bald entlang Ufer und Auenwald der Verzasca, entlang von Steinmauern und Altholzstrukturen auf die Pirsch. Natürlich behutsam und vorsichtig um die scheuen Tiere nicht zu verscheuchen. Und wir wurden belohnt: Beide Eidechsenarten, 3 von 6 möglichen Schlangenarten und eine Blindschleichen-Art konnten entdeckt, bestaunt und auch fotografiert werden. Gegen Abend besuchten wir bei Abendsonnenschein noch die Verzasca-Mündung bei Tenero. Auch hier wurden nochmals Schlangen, auch sie auf der Suche nach Abendsonne, entdeckt. Nach dem Abendessen in der nahen Pizzeria gab es in der Dunkelheit, als Abschluss eines spannenden und interessanten ersten Reptilien-Tages, noch einen Besuch bei den Skorpionen im benachbarten Castello Locarno.

Der Sonntag führte uns nach Cevio, zuoberst im Maggiatal. Leider gab es einen starken und kalten Nordföhn-Sturm, der weder die Reptilien noch Einheimische nach draussen lockte. Es gab aber viel zu entdecken: Die verschiedenen Konstruktionsarten von Steinmauern wurden uns erklärt, auf Spezialitäten der Flora wurde aufmerksam gemacht, und die alten Trassee-Resten der Maggia-Bahn wurden bestaunt. Selbstverständlich wurde auch die Vogelwelt aufmerksam beobachtet. Manuel Frei hatte aber in weiser Voraussicht an den Vortagen zwei typische Schlangen (Zorn- und Ringelnatter) eingefangen und konnte sie uns nun in aller Ruhe aus der Nähe und zum Anfassen präsentieren, bevor er sie an ihren Fundstellen wieder in Freiheit entliess. Nach einem Pick-Nick, im Windschatten  bei fahler Sonne und einem wärmenden Espresso in Cevio, ging es per Bus zurück nach Locarno und dann per Bahn via Bellinzona durch`s verschneite Urnerland wieder zurück ins Knonauer-Amt.

Für die 20 TeilnehmerInnen ging damit ein schönes, ein erlebnisreiches und lehrreiches Wochenende schon wieder zu Ende. Statt Angst und Scheu dürften zukünftige Begegnungen mit Schlangen hoffentlich wohl eher freudige Erinnerungen, auch Sympathie und etwas Respekt und hervorrufen!

 

Beobachtungsliste (PDF)

 

Text: H.U. Schär, Bilder: Stefan Bachmann

    

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